FF Baden Weikersdorf

Helenenstraße 2

Dez

30

Wieder Kohlenmonoxidalarm in Badener Wohnhausanlage

Autor: HBM Ing. Christian Dolkowski

2012_12_30-co-helenenstrasse-18Erneut wurden die Florianis zu einem Kohlenmonoxidaustritt gerufen! Die Situation war nicht weniger prekÀr als beim Einsatz vor gerade einmal zehn Tagen. 14 Wohnungen waren im gefÀhrdeten Bereich- alle wurden evakuiert- vier Personen mussten in die umliegenden KrankenhÀuser transportiert werden. 

Am 30.12.2012 wurde die EVN von einer Bewohnerin einer Wohnhausanlage in Baden wegen Gasgeruches alarmiert. Der Mitarbeiter der EVN fĂŒhrte Methangasmessungen in dem GebĂ€ude durch. (Erdgas besteht ĂŒberwiegend aus Methan und wird mit einem Geruchsstoff odoriert). Es konnte bei dieser Kontrolle kein Methangas nachgewiesen werden – allerdings schlug das aus SicherheitsgrĂŒnden immer mitgefĂŒhrte Kohlenmonoxid-WarngerĂ€t Alarm. Der gemessene CO-Wert war absolut gesundheitsgefĂ€hrdend, aber mit den menschlichen Sinnesorganen nicht wahrnehmbar. Daher wurde unverzĂŒglich die Feuerwehr und die Rettung alarmiert.

Da es sich bei dem betroffenen GebĂ€ude um ein Wohnobjekt mit rund 14 betroffenen Wohnungen handelt, wurden vorsorglich sehr starke KrĂ€fte der Feuerwehr und der Rettung entsendet. Seitens der Feuerwehr waren die FF Baden Weikersdorf und die FF Baden Leesdorf  mit mehr als 40 EinsatzkrĂ€ften vor Ort um mit schweren AtemschutzgerĂ€ten und HochleistungslĂŒftern rasche Hilfe zu leisten. Die Rettung war mit mehreren Rettungsfahrzeugen und dem Notarztwagen Baden mit insgesamt 18 Personen im Einsatz,  betreute 14 Betroffene und transportierte 4 Personen (unter medizinischer Versorgung)  in die KrankenhĂ€user Baden und Mödling.

Vorsorglich mussten alle Wohnungen hinsichtlich gefĂ€hrlicher CO Konzentration geprĂŒft werden, da dieses gefĂ€hrliche Gas auch durch WĂ€nde hindurch diffundieren kann. Daher war es notwendig auch aktuell nicht anwesende Wohnungsinhaber mit Hilfe der Stadt- und Bundespolizei ausfindig zu machen. Der EVN Techniker untersuchte in weiterer Folge gemeinsam mit dem zustĂ€ndigen Rauchfangkehrermeister die AbzĂŒge und Thermen der Wohnhausanlage.

Hintergrundinformation zu CO:
Kohlenmonoxid entsteht bei unvollstĂ€ndiger Verbrennung.  Wie kann es dazu kommen?  Viele WĂ€rmegerĂ€te wie Gastherme, Ölheizung, Kachelofen, Gasherd benötigen fĂŒr eine vollstĂ€ndige Verbrennung ausreichend Sauerstoff.
Eine regelmĂ€ĂŸige Wartung und ÜberprĂŒfung  der Thermen,  Durchlauferhitzer und HeizgerĂ€te  ist fĂŒr deren Betrieb unerlĂ€sslich.
Im Winter ist die Gefahr besonders groß, dass falsche „Isoliermaßnahmen“ den fĂŒr die Verbrennung notwendigen Sauerstoff fernhalten. HeizrĂ€ume bzw. Badezimmer in denen eine offene Flamme brennt, mĂŒssen immer entsprechend belĂŒftet sein. Außerdem muss der Abluftkanal (Kamin) immer frei sein und ist daher regelmĂ€ĂŸig durch einen Rauchfangkehrer zu prĂŒfen. Ein verlegter Kamin oder das Zustopfen von LĂŒftungsöffnungen um „Energie zu sparen“ kann somit lebensgefĂ€hrlich werden ! Bedauerlicherweise können wir mit unseren Sinnesorganen dieses gefĂ€hrliche Gas nicht wahrnehmen. Eine CO Vergiftung Ă€ußert sich durch plötzlich auftretende MĂŒdigkeit eventuell verbunden mit SchwindelgefĂŒhl, Übelkeit und Sehstörungen. In diesem Fall unbedingt fĂŒr Frischluft sorgen, wenn möglich Gefahrenbereich verlassen, ZĂŒndquellen vermeiden (CO ist brennbar) und  ĂŒber Notruf Hilfe herbeirufen (144 Rettung, 122 Feuerwehr). Abgesehen von Brandmeldern sind auch CO-Warner im Fachhandel (u.a. bei Firmen die Feuerlöscher verkaufen) schon um ca. 50.- € erhĂ€ltlich und können auch ihr Leben retten. (Vielleich ein sinnvolles Geschenk ?)

Fotocredit: LM, Martin Hofmann

Eingesetzte KrÀfte der FF Baden Weikersdorf:

pumpe1 pumpe2 tank2

mit 20 Mann (FF Baden Weikersdorf)
Einsatzleiter: BR Martin Geiger

vor Ort:

weitere Links zu Berichten:

Comments are closed.