FF Baden Weikersdorf

Helenenstraße 2

Jul

29

Schadstoffeinsatz SalpetersÀureaustritt

Autor: Markus Czaker

Austritt von 700 Litern SalpetersĂ€ure – 8 Verletzte!

2010_07_29-saureaustritt-baden-13

Am 29. Juli, kurz vor 11 Uhr, wurde die Freiwillige Feuerwehr Baden Weikersdorf zu einem Schadstoffeinsatz in einem örtlichen Industriebetrieb alarmiert. Aufgrund des Alarmierungsbildes wurde gleichzeitig der Schadstoffzug der FF Möllersdorf mitalarmiert.

Ein Industriegebinde, mit einem Fassungsvermögen von rund 1000 Litern, gefĂŒllt mit 30-50 prozentiger SalpetersĂ€ure, riss an einer Seite, aus uns unbekannten GrĂŒnden auf, wodurch rund 700 Liter des Schadstoffes austraten und sich in der Lagerhalle ausbreiteten.SalpetersĂ€ure wirkt Ă€tzend auf der Haut, in den Augen und bei Einatmen auch in der Lunge. Das heißt, dass schon das Einatmen der DĂ€mpfe gesundheitliche Folgen nach sich ziehen kann. Daher mussten die am Unfallort eingesetzten FeuerwehrkrĂ€fte umluftunabhĂ€ngigen Atemschutz und chemikalienbestĂ€ndige SchutzanzĂŒge tragen.

ZunĂ€chst wurde der gesamte Betrieb evakuiert. 8 Personen, welche sich in unmittelbarer NĂ€he des UnglĂŒcksortes befanden, wurden von mehreren RettungswĂ€gen des Roten Kreuzes in die KrankenhĂ€user Baden und Wr. Neustadt eingeliefert. Die angrenzenden BĂŒrorĂ€ume wurden auf weitere Personen durchsucht, um sicherzustellen, dass sich keine ungeschĂŒtzten Personen mehr in dem eventuell kontaminierten Bereich befinden.

Aufgrund des hohen Bedarfs an AtemschutzgerÀte- und SchutzanzugstrÀgern wurden die Feuerwehren

  • Baden Stadt,
  • Baden Leesdorf,
  • Hirtenberg und
  • Wiener Neudorf (Schadstoffgruppe Bezirk Mödling)

im Laufe des Einsatzes nachalarmiert um die KrĂ€fte vor Ort zu unterstĂŒtzen, bzw. abzulösen.

Mit Hydroschildern und Strahlrohren wurde durch Aufbringen von Wasser, die Ausbreitung der Àtzenden DÀmpfe eingedÀmmt.

Rund 1000 Kilogramm Chemiebindemittel wurden hĂ€ndisch aufgestreut, um die Ausbreitung der SĂ€ure zu unterbinden. Bereits kontaminiertes Material aus dem Lager wurde mit Kunststoffplanen abgedeckt und ins Freie verbracht. Eine Entsorgungsfirma stellte einen Container zu VerfĂŒgung in welchem dieses Material vorlĂ€ufig sicher verbracht werden konnte. Das Bindemittel wurde eingekehrt und in doppelte SĂ€cke geschaufelt, welche, so wie das Lagermaterial, ebenso einer speziellen Entsorgung zugefĂŒhrt wurden.

Ein spezielles MessgerĂ€t wurde von der Berufsfeuerwehr Wien angefordert, um die vom UnglĂŒck nicht betroffenen Teile des Betriebes freizumessen. Dadurch konnte sichergestellt werden, dass in diesen Bereichen keine giftigen DĂ€mpfe vorhanden sind und diese wieder von Mitarbeitern der Firma betreten werden konnten.

Schließlich wurde eine neutralisierende Substanz aufgebracht und der Boden gewaschen. Anschließend konnte das Lager wieder ohne speziellen Schutzmaßnahmen betreten werden.

Um die im Gefahrenbereich eingesetzten FeuerwehrmÀnner zu dekontaminieren, wurde von der FF Möllersdorf ein DEKO- Platz aufgebaut.

Mit dem Atemluftfahrzeug der FF Baden Weikersdorf wurden 190 Atemluftflaschen gefĂŒllt. Daraus ergibt sich ein von den GerĂ€tetrĂ€gern erreichter Luftverbrauch von rund 170 mÂł (170 000 Liter).

Die FF Baden Leesdorf sorgte aufgrund der langen Einsatzdauer fĂŒr das leibliche Wohl und gab Gulasch aus. GetrĂ€nke wurden vom angrenzenden AGM bereitgestellt.

Das Rote Kreuz Bez. Baden / Katastrophendienst baute vorbeugend eine Sammelstelle fĂŒr eine grĂ¶ĂŸere Menge von Verletzten auf.

Nach ĂŒberaus anstrengenden 12 Stunden konnte der Einsatz fĂŒr die Feuerwehren beendet werden.

Die FF Baden Weikersdorf bedankt sich bei allen eingesetzten KrĂ€ften fĂŒr die UnterstĂŒtzung und die ausgezeichnete Zusammenarbeit.

Eingesetzte KrÀfte der FF Baden Weikersdorf:

vor Ort:

weitere Links zu Berichten:

Bericht: Michael Dolkowski, FM

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